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"Kinder kommt raus, wir gehen in ein Lager"Arno Lustiger über sein Überleben im Nazi-DeutschlandEine Sendung von Ingrid von SaldernDiese Woche, am Mittwoch, ist Arno Lustiger gestorben. Der Historiker, der sich vor allem mit dem jüdischen Widerstand zu Zeiten des Nationalsozialismus befasst hat, stammt gebürtig aus Polen, aus dem Städtchen Bedzin, das schon sehr früh von den deutschen Truppen zu Beginn des Überfalls auf Polen besetzt worden war, weil es nur sieben Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt liegt. Seit seinem 15. Lebensjahr lebte Arno Lustiger im Untergrund, bis seine Familie sich entschloss, einen getarnten Bunker zu verlassen, weil es geheißen hatte, im "Lager" gebe es gute Lebensbedingungen. Lustiger überlebte die verschiedenen Lager - mit viel Glück. Gut eine Woche nach seinem 88. Geburtstag ist er jetzt gestorben. 2006 hat er WDR5 seine erlebten Geschichten aus dem Lager und später von der Flucht erzählt. Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2012
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Das Lebenswerk entstand in der Emigration /Giwi Margwelaschwili, deutsch-georgischer Schriftsteller /Eine Sendung von Otto Langels /Giwi Margwelaschwili begnügt sich mit wenig. Er lebt in einer kärglich eingerichteten Zweizimmerwohnung im Arbeiterbezirk Wedding in Berlin. Giwi Margwelaschwilis Leben ist das Schreiben. Darin hat er die Leiden seines Lebens zu verarbeiten versucht. Er wurde 1927 als Sohn georgischer Emigranten in Berlin geboren. Als er vier Jahre alt war, starb seine Mutter. 1946 wurde Giwi zusammen mit seinem Vater, einem Philosophen und Orientalisten, vom sowjetischen Geheim-dienst entführt. Der Vater wurde ermordet, Giwi Margwelaschwili in Sachsenhausen interniert, anschließend nach Georgien verschleppt. Dort lehrte er Deutsch. Erst 1987 konnte er nach Deutschland ausrei-sen. Im Gepäck hatte er reichlich in der Emigration geschriebene Lite-ratur. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2012
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Stefan Schmidt, Kapitän Im Juni 2004, als Europa mit der Fußball-Europameisterschaft in Portugal ein großes internationales Fest feierte, war Stefan Schmidt Kapitän auf dem deutschen Hilfsschiff Cap Anamur. Auf dem Weg nach Akaba in Jordanien stieß Schmidt mitten im Mittelmeer auf ein Schlauchboot mit 37 afrikanischen Flüchtlingen, entkräftet, ohne Trinkwasser, ohne Treibstoff. Die Cap Anamur nahm die Menschen an Bord und rettete ihnen das Leben. Doch als das Schiff unter deutscher Flagge den Hafen des sizilianischen Agrigent anlaufen wollte, wurde ihm das untersagt. Die italienische Kriegsmarine und Polizeiboote errichteten eine Blockade. Knapp zwei Wochen dauerte das Drama, dann machte Kapitän Schmidt vom Seenotfallrecht Gebrauch und lief ohne Erlaubnis in den Hafen ein. Schmidt und zwei weitere Personen der Crew wurden eine Woche lang festgenommen. Die italienische Justiz eröffnete ein Verfahren gegen sie wegen bandenmäßiger Beihilfe zur illegalen Einreise in besonders schwerem Fall. In Agrigent kam es zum Prozess, der drei Jahre dauerte. Im Oktober 2009 erging das Urteil: Freispruch. Aber es war ein Exempel europäischer Flüchtlingspolitik statuiert worden. Die Cap Anamur verfiel, das Hilfsschiff gibt es heute in dieser Form nicht mehr. © WDR 2012
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Zeitzeugin: Gudrun PenndorfHintergrund: übersetzte 25 Jahre lang AsterixAutorin: Monika Salchert © WDR 2012
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"Ich glaube an den Fortschritt" /Margrit Blumberg, die neueste Technik und ihr später Fallschirm-sprung /Eine Sendung von Carolin Courts /Beinahe hundert Jahre hat Margrit Blumberg mit eigenen Augen gesehen. Geboren wurde sie 1914 nur wenige Monate vor Aus-bruch des Ersten Weltkriegs, geheiratet hat sie ein paar Jahre vor Ausbruch des Zweiten. Sie stammt aus einer großbürgerlichen Familie, besaß nach 1945 genau so wenig wie alle anderen und hat sich doch ihr Leben lang bemüht, jeden technischen Fort-schritt mitzumachen: Deutschland lag noch in Trümmern, als sie sich ein neues Telefon organisierte. Es folgten Waschmaschine, Automobil, Farbfernseher, Mobiltelefon, jeweils so schnell wie möglich: "Das musste ich doch haben!" Mit über 80 stieg Margrit Blumberg in die Digitalfotografie ein - dass das den Ankauf eines Computers nach sich zog, fand sie normal. Einen Fallschirmsprung absolvierte sie mit 87 mehr nebenher, ihr "Computer-Guru" hatte sie eingeladen. Das Internet war danach auch bald erobert: Mit fast 90 stöberte sie im World Wide Web lang verschollene Ver-wandtschaft in Amerika auf. Heute interessiert sie sich vor allem für Tablet-PCs. Warum? Weil die nun mal der Stand der Technik sind. Und den Anschluss verpassen, nur weil man 97 ist? Für Mar-grit Blumberg unvorstellbar. /Redaktion Mark vom Hofe © WDR 2012